TFP Fertility Studie: Die Mehrheit der Deutschen wünscht sich ein Kind – und ist Kinderwunschbehandlungen gegenüber aufgeschlossen

finanznachrichten.de: Repräsentative Umfrage von TFP Fertility: Kinderwunsch bleibt wesentlicher Teil der Lebensplanung – Großes Wissensdefizit: Nur jeder Sechste fühlt sich gut über die Möglichkeiten bei ungewollter Kinderlosigkeit informiert – Für viele ist Kinderwunschmedizin noch ein Tabu – selbst den eigenen Geschwistern würden sie nichts erzählen

Das eigene Kind ist nach wie vor für die Mehrheit der Deutschen einer ihrer sehnlichsten Wünsche: Für mehr als die Hälfte (57,3 Prozent) spielt der Kinderwunsch eine wesentliche Rolle in der eigenen Lebensplanung. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens INNOFACT im Auftrag von TFP Fertility, einem der führenden Anbieter von Kinderwunschbehandlungen und -dienstleistungen in Europa. Befragt wurden 1.373 Deutsche. Vor allem bei jüngeren Menschen ist der Kinderwunsch ungebrochen: Für knapp drei Viertel der unter 30-Jährigen (74,6 Prozent) spielt er eine wichtige Rolle bei der Lebensplanung.

Familiengründung: Stabile Beziehung am wichtigsten bei der Wahl des richtigen Zeitpunkts

Wenn es um den richtigen Zeitpunkt für die Familienplanung geht, ist der wichtigste Faktor eine stabile Beziehung (41,2 Prozent), gefolgt von finanzieller Sicherheit (29,1 Prozent). Dabei legen Frauen auf ersteres deutlich mehr Wert (45,3 Prozent) als Männer (37 Prozent). Vor allem bei Jüngeren spielt die finanzielle Sicherheit eine bedeutendere Rolle: Für die unter 30-Jährigen ist sie mit 36,0 Prozent in etwa so wichtig bei der Entscheidung wie die stabile Beziehung (37,7 Prozent).

Doch was, wenn es mit dem ersehnten Kind nicht klappt? Mindestens jedes zehnte Paar in Deutschland bleibt ungewollt kinderlos. Für die Menschen mit Kinderwunsch ein großes Problem: Für gut ein Drittel (35,2 Prozent) ergäben sich massive Auswirkungen auf die eigene Lebensplanung, für mehr als jeden Vierten (28,7 Prozent) wäre das eine große Belastung, knapp jeder Fünfte (18,9 Prozent) rechnet gar mit wesentlichen Problemen für die eigene Beziehung.

Kinderwunschbehandlungen: Hohe Bereitschaft, aber großes Informationsdefizit

Ein Ausweg ist in vielen Fällen die Kinderwunschmedizin. Die übergroße Mehrheit der Befragten steht ihr äußert offen gegenüber. 70,4 Prozent der Befragten mit Kinderwunsch würden sie ernsthaft in Erwägung ziehen, 39,2 Prozent würden es auf jeden Fall auf diese Weise versuchen. Dagegen bewertet nur jeder Siebte (14,2 Prozent) diese Option eher negativ, weniger als jeder Zwanzigste (4,5) schließt sie ganz aus. Vor allem Frauen stehen dem Thema positiv gegenüber: 71,6 Prozent würden ernsthaft über Kinderwunschbehandlungen nachdenken. Die Altersgruppe mit der größten Offenheit sind die 30- bis 39-Jährigen mit 80 Prozent.

Dabei sind sie auch bereit, viel Geld in eine solche Behandlung zu investieren: 86,7 Prozent würden mehr als 1.000 Euro ausgeben und 67,6 Prozent über 3.000 Euro. Auch hier sind es vor allem die über 30-Jährigen, die bereit wären, mehr als 3.000 Euro in die Kinderwunschbehandlung zu investieren (70,4 Prozent).

Das große Defizit: Die Menschen wissen zu wenig über die Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin. Nur 14,3 Prozent fühlen sich gut informiert, 15,4 Prozent dagegen gar nicht. Vor allem bei den unter 30-Jährigen ist der Nachholbedarf groß: Nur 13,3 Prozent meinen, sich hierzu ausreichend auszukennen, 16,0 Prozent wissen in dieser Altersgruppe über Kinderwunschmedizin gar nicht Bescheid.

Tabu Kinderwunschmedizin?

Das hat auch damit zu tun, dass sie nach wie vor mit erheblichen Akzeptanzproblemen zu kämpfen hat. Fast ein Viertel der Befragten (23,1 Prozent) hält sie nach wie vor für ein gesellschaftliches Tabu. Das belegen auch die Antworten auf die Frage, was Menschen, die auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen können, tun sollten: Weniger als die Hälfte (45,4 Prozent) meint, sie sollten es mit einer Kinderwunschbehandlung versuchen – mehr als jeder Sechste (17,7 Prozent) fordert sogar, sie sollten ihren Kinderwunsch aufgeben.

Daraus resultiert auch eine geringe Bereitschaft, über das Thema zu sprechen: Während 40,3 Prozent angeben, jemanden zu kennen, der Kinderwunschmedizin bereits genutzt hat, ist eine Mehrheit nur bereit, mit Eltern oder dem besten Freund bzw. der besten Freundin über eine Kinderwunschbehandlung zu sprechen. Selbst gegenüber den eigenen Geschwistern würde das nur eine Minderheit (43,4 Prozent) tun.

„Die Umfrage belegt: Der Kinderwunsch ist bei der Mehrheit der Deutschen ungebrochen und viele sind sehr offen dafür, die Unterstützung der Kinderwunschmedizin anzunehmen, wenn es nicht auf natürlichem Wege klappen sollte.“ so Prof. Dr. Rudolf Seufert, Ärztlicher Leiter von TFP Kinderwunsch Wiesbaden. „Sie zeigt aber auch, wo es noch Defizite gibt: Kinderwunschbehandlungen waren zu lange ein gesellschaftliches Tabu. Das führt zu mangelndem Wissen und der Angst, sich anderen anzuvertrauen. Deshalb müssen wir Barrieren abbauen, aufklären und sicherstellen, dass sich die Menschen eine solche Behandlung auch leisten können. Das ist in vielen Fällen schon heute der Fall – doch viele wissen das nicht. Wir brauchen daher eine breite und offene gesellschaftliche Debatte über ungewollte Kinderlosigkeit und die Möglichkeiten, ihr zu begegnen. “

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