Verivox Studie: 80 Prozent der Bürger sind wegen ihrer nächsten Heizkostenabrechnung besorgt

tagesspiegel.de: Vier von fünf Bürgern machen sich aufgrund steigender Energiepreise Sorgen wegen der nächsten Heizkostenabrechnung. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts INNOFACT im Auftrag des Vergleichsportals Verivox.

Dabei antworteten 34 Prozent der Teilnehmer auf die Frage, ob sie sich Sorgen machen: „Ja, sehr.“ Weitere 46 Prozent antworteten: „Ja, ein wenig.“ Die übrigen 20 Prozent machen sich nach eigenen Angaben eher keine oder gar keine Sorgen, wie Verivox am Freitag in Heidelberg mitteilte.

Viele Strom- und Gasanbieter haben in den vergangenen Monaten die Preise erhöht. Wer im Januar einen neuen Stromtarif wählen musste, zahlte laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) im Schnitt 12,5 Prozent mehr als im Jahresmittel 2021 (Jahresverbrauch 3500 Kilowattstunden).

Wer im Januar einen neuen Gastarif etwa für ein Einfamilienhaus abschließen musste, zahlte bei einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden im Durchschnitt 72,9 Prozent mehr als im Jahresmittel 2021.

Steigende Energiekosten als soziales Problem

Haushalte mit geringem Einkommen sowie viele Studenten und Auszubildende sollen nach dem Willen der Bundesregierung im Sommer einen einmaligen Zuschuss zu den Heizkosten bekommen. Verivox ließ bei der Erhebung auch erfragen, ob dieser Zuschuss noch auf zusätzliche Personengruppen erweitert werden soll.

37 Prozent sind demnach der Ansicht, dass der Zuschuss unabhängig vom Einkommen an alle Haushalte gehen sollte. 46 Prozent finden, dass alle einkommensschwachen Haushalte den Zuschuss bekommen sollten. 8 Prozent halten die bisherige Planung für ausreichend, und 5 Prozent sind gegen eine staatliche Unterstützung bei den Heizkosten.

Das Vergleichs- und Vermittlungsportal Verivox verdient Geld unter anderem durch Werbung und Vermittlungsprovisionen. Das Unternehmen gehört zum Fernsehkonzern ProSiebenSat.1.

Die Energie ist aktuell der Preistreiber Nummer eins: Sie verteuerte sich im Januar um 20,5 Prozent, nach 18,3 Prozent im Dezember (Vergleichszeitraum ist das Vorjahr). Für Kraftstoffe mussten die Verbraucher 24,8 Prozent mehr bezahlen. Leichtes Heizöl kostete 51,9 Prozent, Erdgas 32,2 Prozent und Strom 11,1 Prozent mehr.

„Die steigenden Kosten für Heizenergie dürften auch zunehmend ein soziales Problem werden, denn jeder Haushalt muss heizen“, sagte dazu der Direktor des gewerkschaftsnahen IMK-Instituts, Sebastian Dullien. „Für eine durchschnittliche Familie bedeutet schon jetzt der Gaspreisanstieg eine Mehrbelastung von rund 30 Euro pro Monat im Vergleich zum Vorjahr.“

Der Preisauftrieb der Energieprodukte wurde gleich von mehreren Faktoren beeinflusst. So wirkten sich die zu Jahresbeginn von 25 auf 30 Euro pro Tonne gestiegene CO2-Abgabe sowie höhere Netzentgelte beim Strom aus. „Die von 6,5 auf 3,7 Cent pro Kilowattstunde Strom gesunkene EEG-Umlage konnte den Preisanstieg nur leicht abfedern“, so die Statistiker.

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