INNOFACT Studie Mobilität – wie bewegen sich die Deutschen in Zukunft fort

21. Sep 2018

Kernergebnisse einer bundesweiten repräsentativen Studie aus Juni 2018

Mit der Studie „Aktuelles und geplantes Mobilitätsverhalten“ untersuchte INNOFACT gemeinsam mit der Unternehmensberatung effisense auf repräsentativer Basis die Nachfrage der Bürger nach Mobilitätsangeboten.

Es wurde das derzeitige und künftige Nutzungsverhalten alternativer Mobilitätsangebote unterschiedlicher Zielgruppen untersucht, um bereits im Vorfeld eines geplanten Kooperationsprojektes relevante Customer Insights zu erheben.

Ein Kernergebnis ist, dass der eigene PKW in den letzten drei Jahren im Durchschnitt der Bevölkerung an Zuspruch gewonnen hat. Dass dies gemessen am geplanten persönlichen Mobilitätsverhalten auch in den kommenden drei Jahren so sein wird, mag auf den ersten Blick überraschen. Wenn man aber berücksichtigt, dass dies auch für reine Fußwege, das eigene Fahrrad und den ÖPNV gilt, so wird der starke Wettbewerb alternativer und auch multimodaler Mobilitätsangebote deutlich.

DIE KERNAUSSAGEN AUF EINEN BLICK

  1. Die Bedeutung des eigenen Autos wird in den kommenden drei Jahren weiter zunehmen!
  2. Reine Fußwege sind kaum zu ersetzen und werden in Zukunft eine wichtige Rolle spielen!
  3. Öffentliche Verkehrsmittel spielen auch in Zukunft eine immer wichtigere Rolle!
  4. Das klassische Taxi vierliert am meisten an Bedeutung!
  5. Jüngere (18-35) möchten das eigene Auto künftighäufiger nutzen!
  6. Ältere (51-69) nutzen das eigene Auto immer seltener!

WEITERE ERKENNTNISSE

  1. Ein starker Wettbewerb alternativer und multimodaler Mobilitätsangebote ist in naher Zukunft zu erwarten, da sie im Wettebwerb zum eigenen Auto stehen und dieses in den kommenden drei Jahren ncht an Bedeutung verlieren wird!
  2. Bei den Verbrauchern herrscht aktuell starke Unsicherheit beim Angebot alternativer Mobilitätsangebote! Das zeigt sich unter anderem daran, dass ein hoher Anteil der Befragten (ca. zwei Drittel) diese neuen Angebote noch nicht genutzt haben.
  3. Neue Konzepte und neue Anbeiter ergänzen zunehmend das Angebot!

Die Studie dokumentiert also ein sehr heterogenes und teilweise auch unerwartetes Mobilitätsverhalten. Bisher wird gerne und oft kolportiert, dass die Bedeutung des Autos gerade bei den jüngeren Zielgruppen abnehmen wird. Das Gegenteil ist der Fall: Die über 50-Jährigen wollen zurückschrauben – allerdings auch nicht viel. Das heißt, es gibt diese scheinbar vorgezeichneten Entwicklungen in der Mobilität, wie sie immer gerne medial behandelt werden, nicht in dem Maße. Damit ergeben sich wirklich für alle Mobilitätsalternativen Chancen, umkundensegmentspezifische und attraktive Konzeptezu entwickeln. Einzig das Taxi-Gewerbe sollte sich ernsthafte Gedanken machen.

Allerdings wird es immer etwas zwischen Bus und eigenem Auto geben. Die Frage ist, ob Plattform-Konzepte wie Uber oder selbstfahrende Taxis (oder beides) das Rennen machen. Besonders spannend wird sein, wie sich ein verändertes Konsumverhalten oder neue Einkaufsoptionen wie etwaInnenstadtfilialen von Ikea auf künftige Mobilitätskonzepte auswirken werden.

Es müssen also viele Fragen geklärt werden:

  • Welche Rolle spielen derzeitige Angebote im Kontext mit einem sich stark wandelnden Konsumverhalten?
  • Welche Bedürfnisse, Erwartungen und Anforderungen haben unterschiedliche Zielgruppen an bestehende und neue Mobilitätskonzepte?
  • Welche Chancen für profitable Geschäftsmodelleergeben sich daraus?

Diesen Fragen wird das Team um Gudrun Kneißl von effisense und Hans-Jochen Brückner von der INNOFACT in einem Kooperationsprojekt mit verschiedenen Projektpartnern aus der Mobilitäts- und Energie-Branche detailliert nachgehen. In dem geplanten Kooperationsprojekt „Mobility Insights“ werden auf Basis einer integrierten und mode- rierten Kollaborations- und Networkingplattform vertiefende Einblicke in die Bedürfnisstrukturen relevanter Zielgruppensegmente geboten, um die Chancen verschiedener Mobilitätskonzepte zuverlässig bewerten zu können.