Verivox Studie: Viele Deutsche zweifeln am Elektroauto

27. Mai 2019

faz.net: 40 Prozent der Bundesbürger halten Elektroautos für eine „Mogelpackung“: Sie glauben nicht an den Nutzen der Stromer für die Umwelt.

Ob Elektroautos helfen, den Klimawandel auf der ganzen Welt aufzuhalten, hängt maßgeblich davon ab, aus welchen Quellen der Strom stammt. „Elektroautos sind so sauber, wie der Strom, mit dem sie fahren“, stellt das Bundesumweltministerium fest. Doch selbst mit dem derzeitigen deutschen Strommix haben aus Sicht des Ministeriums offenbar schon heute angeschaffte Elektroautos einen Kilmavorteil gegenüber vergleichbaren Autos mit Verbrennungsmotoren. Demnach stoßen diese Fahrzeuge zwischen 16 und 27 Prozent weniger Kohlendioxid (CO2) je gefahrenem Kilometer aus als vergleichbare Automobile, die mit Benzin oder Diesel betrieben werden.

Allerdings gibt es auch gegenteilige Berechnungen, wie die des ehemaligen Präsidenten des Münchener Ifo-Wirtschaftsforschungsinstitut, Hans-Werner Sinn, die diesen Vorteil bestreiten. So hatte Sinn vor kurzem eine Analyse vorgelegt, wonach bestimmte Elektroautos 11 bis 28 Prozent sogar mehr Kohlendioxid je gefahrenem Kilometer ausstoßen als Vergleichsfahrzeuge mit herkömmlichen Antriebsarten.

Relativ viele Bundesbürger zweifeln offensichtlich ebenfalls daran, dass die Elektromobilität der Umwelt nützt. Dies jedenfalls ist eines der Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Vergleichsportals Verivox unter Deutschen. Demnach gibt zwar fast die Hälfte der Befragten an, dass die Elektromobilität dazu beitragen wird, den CO2-Ausstoß Deutschlands zu verringern.

Großteil befürwortet Wende zur Elektromobilität 

Gleichzeitig stimmen im Durchschnitt vier von zehn Bundesbürgern der Aussage zu, dass die Elektromobilität nur eine Mogelpackung ist. Denn unter dem Strich sei der Kohlendioxid-Fußabdruck genauso groß wie bei Motoren, die von fossilen Brennstoffen angetrieben würden, heißt es in der Befragung weite. Für die Umfrage von Verivox hat das Meinungsforschungsinstitut INNOFACT im April dieses Jahres 1.082 Bundesbürger im Alter zwischen 16 und 69 Jahren befragt.

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