Verivox Studie: Radio bei Jüngeren beliebter als Spotify & Co.

30. Okt 2019

t-online.de: Klassisches Radio wird im Vergleich zu Streamingdiensten in Deutschland immer noch stärker genutzt. Die meisten Radiohörer gibt es unter den 18- bis 49-Jährigen.

Audio-Streamingdienste haben klassische Radiosender längst noch nicht obsolet gemacht. Das zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Studie der INNOFACT AG im Auftrag von Verivox, die t-online.de exklusiv vorliegt.

Insgesamt ist die generelle Quote der Radiohörer bei den 18- bis 29-Jährigen und den 30- bis 49-Jährigen mit jeweils über 86 Prozent sogar am höchsten. Unter den 50- bis 69-Jährigen gaben gut 80 Prozent an, auch lineares Radio zu hören.

Damit liegt der Rundfunk bei den 18- bis 29-Jährigen sogar noch knapp vor vergleichbaren Genre-Mix-Playlisten, die über das Internet gestreamt werden können (81,9 Prozent). Nur das gezielte Streaming von einzelnen Liedern oder Alben – also das Pendant zum CD-Hören – ist bei der jüngsten Alterskohorte mit 92 Prozent noch verbreiteter.

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk wird am häufigsten genutzt

Altersübergreifend am meisten gehört werden laut Befragung übrigens die öffentlich-rechtlichen Radiosender: 56 Prozent der Befragten gaben an, am häufigsten dieses Medium zu nutzen. Erst dahinter folgen private Radiosender (33,6 Prozent), Spotify(28,1 Prozent), Amazon Music (20,8 Prozent) sowie fast gleichauf Google Play Music (11,7 Prozent) und iTunes (11,1 Prozent). Sonstige Dienste kamen zusammen auf 14 Prozent.

Eine Ausnahme vom Trend bilden auch hier die Jüngsten: In der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen waren Spotify und iTunes mit 63,8 und 22,6 Prozent jeweils erheblich stärker als in den übrigen Gruppen. Die öffentlich-rechtlichen Radiosender landeten in Sachen Nutzungshäufigkeit bei ihnen nur auf Platz zwei (34,2 Prozent).

Verivox-Telekommunikationsexperte Eugen Ensinger sieht deshalb gerade bei der jüngsten Generation auch keinen Verdrängungs-, sondern einen Ergänzungsprozess der Medien: “Beide Nutzungswege, der klassische und der moderne, schließen sich nicht aus, sondern nähern sich vielmehr an.”

(Zur Meldung)