Verivox Studie: Nur 39% der Deutschen achten auf sichere Passwörter

28. Jan 2020

onlinekosten.de: Wie halten es die Bundesbürger mit der Verwendung von Passwörtern und dem Schutz ihrer Privatsphäre im Internet? Aus einer repräsentativen INNOFACT-Umfrage im Auftrag von Verivox, an der im Dezember 2019 1.000 Personen teilnahmen, geht hervor, dass nur 61,4 Prozent der Verbraucher auf sichere Passwörter für Webseiten und Online-Dienste achten. Weibliche und ältere Umfrageteilnehmer kümmerten sich etwas stärker um die Sicherheit von Passwörtern als männliche und jüngere Befragte.

Viele nutzen gleiche Passwörter auf mehreren Seiten

Die Mehrheit der Deutschen (56,1 Prozent) macht es sich einfach und nutzt das identische Passwort gleich bei mehreren Webseiten und Diensten. Lediglich 43,9 Prozent gaben an, jeweils unterschiedliche Passwörter zu verwenden. Immerhin: 79,1 Prozent der Befragten halten den Virenschutz auf den genutzten Geräten aktuell. Während dies allerdings nur 67,6 Prozent der 18- bis 29-Jährigen angaben, lag der Anteil in der Altersgruppe der 50- bis 69-Jährigen bei 84,8 Prozent.

Noch weniger geachtet werde auf weitergehende Schutzmaßnahmen. Knapp ein Drittel (32,9 Prozent) ändere die Cookie-Einstellungen bei der Internet-Nutzung, 28,8 Prozent verwenden den Browser im privaten Modus, um anonym zu Surfen. Rund jeder Vierte (25,7 Prozent) ändere das Standard-Passwort des Routers ab. Und 25,3 Prozent schalten die permanente Ortung am Handy aus.

Mehrheit verwendet Klarnamen in sozialen Medien

Die Privatsphäre-Einstellungen in sozialen Medien passen lediglich 23 Prozent der Befragten an. Nur 21,5 Prozent nutzen in sozialen Medien nicht ihren Klarnamen. Hier gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen: 30,2 Prozent der Befragten im Alter von 18 bis 29 Jahren verwendet keinen Klarnamen bei Facebook & Co., bei den Nutzern im Alter von 50 bis 69 Jahren sind es nur 18,6 Prozent.

Nur knapp jeder Fünfte (19,8 Prozent) der Umfrageteilnehmer verschlüsselt seine Mails. Ein digitaler Password-Safe, der die Verwaltung und die Nutzung von sicheren Passwörtern erleichtert, komme nur bei 11,6 Prozent der Deutschen zum Einsatz. Die eigene E-Mail-Adresse verschleiert nur eine kleine Minderheit (8,5 Prozent). Und fast 5 Prozent gaben an, keine der genannten Maßnahmen zu ergreifen, um sich im Netz zu schützen.

Jüngere Generation achtet weniger auf Sicherheitsmaßnahmen

“Millennials sind überdurchschnittlich oft von Bedrohungen im Netz betroffen”, sagt Verivox-Telekommunikationsexperte Eugen Ensinger. “Gleichwohl zeigen unsere Daten, dass viele junge Onliner für gängige Sicherheitsmaßnahmen nicht ausreichend sensibilisiert sind.” Deutlich mehr junge Menschen bis 29 Jahren als ältere ab 30 oder über 50 Jahren würden laut Verivox ungewollt mit pornografischen Inhalten konfrontiert. Sie seien auch am häufigsten Opfer von Betrug, Hate Speech, Cyber-Mobbing und Identitätsmissbrauch. Dennoch ergab die Umfrage, dass 19 Prozent der 18- bis 29-Jährigen sich auch künftig nicht um einen aktuellen Virenschutz kümmern möchte. Unter dem Strich zeigt die Befragung laut Verivox, dass 25 bis 30 Prozent der jungen Nutzer unter 30 Jahren keine gängigen Sicherheitsmaßnahmen wie die Vergabe unterschiedlicher Passwörter ergreifen möchte.

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