Nunatak Studie: Das sind die bekanntesten E-Scooter-Marken Deutschlands

13. Nov 2019

horizont.net: In der Debatte um die viel zitierte Mobilität der Zukunft ging es zuletzt häufig um ein Phänomen, mit dem sich viele Deutsche in diesem Jahr von heute auf morgen extrem häufig konfrontiert sahen – E-Scooter. Auch wenn sich die diversen Anbieter wegen offensichtlicher Sicherheitsbedenken und der umstrittenen Klimabilanz ihrer elektrisch betriebenen Roller so einiges anhören mussten, haben sich E-Scooter offenbar in kürzester Zeit als Verkehrsmittel in deutschen Großstädten durchgesetzt. Das geht zumindest aus einer repräsentativen Umfrage der Unternehmensberatung The Nunatak Group hervor. Beim Thema Markenbekanntheit sticht vor allem ein Anbieter heraus.

Für die repräsentative Online-Umfrage hat der Marktforscher INNOFACT im Auftrag von The Nunatak Group insgesamt 1250 Deutsche in den fünf mit zahlreichen E-Scootern versorgten Städten Berlin, Frankfurt, Hamburg, München und Köln befragt. Das Ergebnis: Laut der Umfrage haben sich E-Scooter vor allem bei der jüngeren Generation etabliert. So nutzen bereits 43 Prozent und damit fast jeder zweite der 18- bis 25-Jährigen E-Scooter mindestens einmal in der Woche. Bei den 18-65-jährigen sind es 18 Prozent und damit fast jeder Fünfte.

Was die Kritiker bestärken dürfte: Nur 21 Prozent der Nutzer von E-Scootern geben an, dass die Fahrten mit dem elektrischen Roller jene mit dem eigenen Auto ersetzen. Der Anteil derjenigen, die zugunsten des E-Scooters auf Fahrten mit dem öffentlichen Nahverkehr verzichten, ist mit 65 Prozent deutlich höher. Auch das Image der E-Scooter als “die neuen Dickmacher” erhält neue Nahrung, denn: 49 Prozent der E-Scooter-Nutzer geben an, dass sie die Strecke ansonsten zu Fuß zurückgelegt hätten. 23 Prozent lassen zugunsten des E-Scooters das eigene Fahrrad stehen.

Obwohl E-Scooter auf dem Vormarsch sind, liegt bei Mobilitätsservices – also Angeboten von Dritten, nicht Fortbewegungsmittel in Eigenbesitz – weiterhin der öffentliche Nahverkehr in Großstädten vorn. 93 Prozent der Befragten nutzen ihn derzeit. Allerdings holen neue Angebote wie Bike-, Car-, E-Scooter- und Roller-Sharing auf: 30 Prozent der Befragten nutzen derzeit Car-Sharing, 21 Prozent Bike-Sharing. Die Angebote der E-Scooter-Anbieter werden wie erwähnt zurzeit von 18 Prozent genutzt.

Wenn es um die Intensität der Nutzung geht, liegen allerdings die E-Roller vorn: 26 Prozent der E-Nutzer fahren bereits mehrmals pro Woche mit Bird, Lime, Tier & Co. Bei den Elektroroller-Anbietern wie Eddy und Emmy sind es 18 Prozent, beim Bike- Sharing 15 Prozent. Wie groß das Interesse an E-Scootern ist, zeigt auch eine andere Zahl. So haben sich seit dem gesetzlich zulässigen Start im Juni diesen Jahres mehr als drei Millionen Nutzer die Apps der fünf größten Marken Bird, Circ, Lime, Tier und Voi heruntergeladen.

Angesichts dieser Zahlen ist es kein Wunder, dass im Wettstreit der E-Scooter-Anbieter mit harten Bandagen gekämpft wird. Ziel der Anbieter ist es, möglichst schnell eine große Markenbekanntheit aufzubauen – und ein positives Image.

Beim Thema Markenbekanntheit hat Lime die Nase vorn. Mit fast 55 Prozent kennt knapp jeder zweite Befragte Lime. Damit ist die amerikanische E-Scooter-Marke die derzeit bekannteste in Deutschland. Die deutsche Marke Tier kommt mit 41 Prozent gestützter Markenbekanntheit klar auf Rang zwei. Der dritte Platz auf dem Treppchen ist hart umkämpft: Der US-Anbieter Bird liegt aktuell mit 27 Prozent leicht vorn, gefolgt von Circ aus Deutschland mit einer Bekanntheit von 26 Prozent und der schwedischen Marke Voi mit 25 Prozent. “Spannend ist, was im Winter mit der Nutzung passiert”, sagt Jérôme Nonnenmacher, Leiter der Mobility-Practice von The Nunatak Group, der die Studie betreut hat. “Der Markt der Anbieter könnte sich schon bald konsolidieren.”

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