Noizz Studie: Junge Digitalos wissen, woran sie mit Influencern sind

22. Mrz 2018

www.wuv.de: Ständig unterwegs im Social Web, scharf auf Tipps von Bloggern und Youtube-Stars: So sind die Mitglieder der Generation Community. Aber auch: sich deren Werbe-Jobs bewusst.

Weil die Einteilung nach Altersgruppen viel zu kurz greift (Generation X, Y, Z), geistert seit einer Weile die “Generation C” als Schlagwort durchs Netz. Spuren finden sich bereits 2004, Google spricht seit 2013 von ihr, durchgesetzt hat sie sich hierzulande als Kategorie noch nicht.

Was ist die Generation C?

Ein bisschen Millennials, ein bisschen Generation Youtube, ein bisschen Digital Native: Relativ altersunabhängig subsummiert Gen C (meist nicht allzu alte) Menschen, die einen sehr vernetzten Lebensstil pflegen. “Think with Google” definiert die Generation C anhand ihres Interesses für “Connection, Community, Creation und Curation”. Zwar seien, so die Plattform für Werbungteribende und Agenturen, 65 Prozent dieser Generation unter 35 – “aber auch Angehörige älterer Generationen zählen dazu”.

“C steht für Community, Connection, Creation und Content”, beschreibt es Noizz und ist damit nahe dran an der Google-Definition. Das digitale Medienangebot von Bild und Ringier Axel Springer Media hat sich anlässlich der Online Marketing Rockstars am 22. März in Hamburg das Thema Gen C und Influencer für eine Studie vorgenommen, deren Ergebnisse auf der OMR präsentiert werden. Rapper Massiv wird auf der Konferenz mit Noizz-Chef Manuel Lorenz über die Studie und den Podcast “Selfie mit Alles” sprechen. Einen ersten Einblick in die Studie gibt es hier.

Lifestyle: vernetzt, urban, laut

Auch das Merkmale, die Noizz der Gen C zuschreibt. Zusammen mit dem Marktforschungsinstitut INNOFACT hat die Jugendplattform 1000 Teilnehmer zwischen 16 und 39 Jahren befragt.

Und die treffen sich – im Social Web. 71 Prozent sind mindestens einmal täglich auf Facebook oder Youtube, 63 Prozent auf Instagram, 42 Prozent auf Snapchat. Am wichtigsten für sie: Instagram. Von den 16- bis 24-Jährigen nutzen 89 Prozent der Befragten mindestens einmal täglich die Fotoplattform, 84 Prozent Wettbewerber Snapchat.

Je älter, desto Facebook (das deckt sich mit Erkenntnissen aus dem Social-Media-Atlas): Weniger aber, schreiben die Noizz-Studienautoren, aufgrund einer Abwanderung, sodnern eher wegen eines späteren Einstiegs. Ab einem Alter von etwa 25 steige die Facebook-Durchdringung (85 Prozent der 30- bis 39-Jährigen täglich). Snapchat spielt hier praktisch keine, Instagram eine kleine Rolle.

Für 60 Prozent der Befragten sind Influencer eine Inspirationsquelle, 52 Prozent haben schon einmal ein Produkt gekauft, nachdem ein Influencer es beworben hat. Damit wird deutlich, wie wirksam Influencermarketing tatsächlich sein kann, wenn es um affine Zielgruppen geht – denn Ergebnisse, die einen repräsentativen Bevölkerungsquerschnitt zugrundelegen, kommen bei der Kaufrate auf wesentlich niedrigere Werte (siehe etwa hier – Modekauf: 2 Prozent –  und hier – Kaufrate unter Onlinern 15 Prozent). Aber: Bei Konsumentscheidungen vertrauen die Befragten den Freunden im echten Leben mehr; 86 Prozent nennen sie als wichtigste Inspirationsquelle.

Werbekennzeichnung: besonders wichtig

82 Prozent der Befragten der Noizz-Studie geben an, Social-Media-Promis nicht blind zu vertrauen. Gerade die Kennzeichnung als Werbung ist der Generation C besonders wichtig (71 Prozent). Zwei Drittel (66 Prozent) der Befragten werten Produktempfehlungen, die nicht als Werbung gekennzeichnet sind, negativ.

Influencer, empfehlen die Studienautoren, müssen also “mit Bedacht gewählt” werden. Transparenz ist Pflicht, auf Schleichwerbung folgt “unfollow”.

Den größten Einfluss auf das Konsumverhalten der Generation C haben Influencer, wenn es um Modetrends geht (28 Prozent), außerdem bei den Themen Sport, Fitness und Ernährung (23 Prozent). Dennoch hat auch hier das Urteil von Freunden mehr Gewicht (41 Prozent bzw. 37 Prozent), gefolgt vom Rat der Familie (24 Prozent bzw. 30 Prozent).

Das klassische Fernsehen spielt bei Kaufentscheidungen “keine Rolle mehr”, schreibt die Studie.

Politik-Influencer? Nein, danke

Kaum Einfluss haben Influencer im Bereich News und Politik (7 Prozent). Hier haben die Digitalangebote von Medienmarken mit 35 Prozent auch für die Generation C die höchste Relevanz und Glaubwürdigkeit.

(Zur Meldung)