Handelsblatt Studie: Jeder dritte Nutzer will Facebook-Aktivitäten einstellen

12. Apr 2018

Handelsblatt.de: Facebook weiterhin nutzen – oder abschalten? Über diese Fragen zerbricht sich so mancher Nutzer des weltgrößten Netzwerks gerade den Kopf. Schließlich werfen die Enthüllungen des Datenskandals von Facebook ein völlig neues Licht auf die Verwertung der teilweise sensiblen Daten: Facebook-Chef Mark Zuckerberg gestand vor einer Woche, dass die Daten von rund 89 Millionen Facebook-Nutzern weitergereicht wurden – ohne dass die Betroffenen etwas davon ahnten. Die Daten wurden auf unlautere Weise an die britische Analysefirma Cambridge Analytica weitergegeben.

Ein Datenmissbrauch mit weitreichenden Folgen. So musste Facebook-Chef Zuckerberg in dieser Woche an zwei Tagen vor dem US-Kongress Rede und Antwort stehen. Ein Auftritt mit Seltenheitswert, schließlich schickt der 33-jährige Unternehmensgründer lieber seine Führungskräfte zu heiklen Auftritten. Doch der Druck, unter dem das soziale Netzwerk steht, das mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit nutzen, ist immens.

Für viele Nutzer wirkt der Datenskandal wie eine Mahnung. Eine Mahnung, sich stärker um den Schutz der eigenen Daten zu kümmern. So machte kurz nach der Enthüllung des Datenmissbrauchs der Hashtag #deletefacebook die Runde – „löscht Facebook“. Mobilitätspionier Elon Musk ließ die Facebook-Seiten von Tesla und SpaceX löschen, Apple-Mitgründer Steve Wozniak deaktivierte seinen Account, und in Deutschland gehört Lars Lehne, Chef der Digitalagentur Syzygy und früherer Google-Manager, zu den bekennenden Facebook-Abmeldern.

Dieses Bild bestätigt eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens INNOFACT, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Darin gaben 34,5 Prozent der Befragten an, sie würden als Konsequenz des Datenmissbrauchs ihre Aktivitäten auf der Plattform einschränken oder gar komplett einstellen und ihren Accounts löschen. 53 Prozent der Befragten hingegen ließ die aktuelle Datendebatte kalt. Sie meinten, sie würden nichts an ihrem Verhalten auf Facebook ändern. Innofact hat für die Umfrage rund 1000 Menschen in Deutschland befragt.

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