INNOFACT Studie: Das Ende von Facebook

14. Mai 2018

wiwo.de: Der Fall Facebook erschreckt nicht nur Datenschützer und Experten, sondern auch die Nutzer. Nach einer Umfrage der Marktforscher von INNOFACT gaben mehr als ein Drittel der deutschen Befragten an, sie würden als Konsequenz des Datenmissbrauchs ihre Aktivitäten auf Facebook einschränken oder gar komplett einstellen und ihren Account löschen. „Nachdem sich der erste Ansturm von Niedergangstimmung und #deletefacebook gelegt hatte, kam in der Folgewelle die Meinung auf, dass die Nutzer unbeeindruckt weitermachen würden. In Wahrheit zeigt sich allerdings nun, dass mehr als ein Drittel der Facebook-Nutzer in Deutschland reagiert hat oder reagieren will“, sagte Christian Thunig, Managing Partner von INNOFACT.

Ein Nachbeben erzeugte der Facebook-Datenmissbrauch auch bei AdTech-Experten. Bei einer Befragung glaubten 75 Prozent von ihnen, das Ende von Facebook wurde mit dem Datenleck eingeläutet und ein neuer Player würde das soziale Netzwerk ablösen. Uneinsichtig reagieren nur die Werbekunden: Bei einer Umfrage des Portals „Business Insider“ gaben zwölf von 18 Dax-Unternehmen an, dass sie an ihren Facebook-Kanälen festhalten wollen.

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass Facebook und Co keinesfalls gegründet wurden, um die Welt besser zu machen. Das Geschäftsmodell dieser Unternehmen gründet darauf, die Daten seiner Nutzer an die Werbung und, wie wir heute wissen, auch an zwielichtige Unternehmen zu verkaufen. „You‘re not Facebook’s customer. You’re Facebook’s product.“ schrieb Edward Morrissey. Wir sind keinesfalls Facebooks Kunden, wir sind das Produkt selbst.

Für die Befürworter der am 25. Mai verabschiedeten Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) kommt Facebooks Debakel gerade recht. Gemeinsam mit der vermutlich folgenden E-Privacy-Verordnung soll die DSGVO die Spielwiese der AdTech-Branche gezielt einschränken. Dem unliebsamen, digitalen Stalking der Konsumenten würde damit Einhalt geboten. Das alleine, schätzt der Online-Vermarkterkreis OVK, könnte 30 Prozent der deutschen Onlinewerbung eliminieren und im digitalen Werbemarkt zu einem Umsatzverlust in Höhe von 500 Millionen Euro führen.

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