AutoScout24 Studie: SUV-Fahrer verursachen weniger Unfälle

24. Sep 2019

focus.de: SUV dienen derzeit als Projektionsfläche der Anti-Auto-Lobby. Das Vergleichsportal Verivox hat auf Basis der Kfz-Versicherungen untersucht, wer überhaupt SUVs fährt. Tatsächlich verursachen die Fahrer – meist älter und männlich – weniger Unfälle als andere.

Seit dem schweren Unfall in Berlin, bei dem vier Fußgänger wegen eines in viel zu hohem Tempo von der Straße abgekommenen SUVs ums Leben kamen, stehen die Autos unter kritischer Beobachtung. Auf der IAA wurden von politischen Lobbyvereinen wie Deutsche Umwelthilfe, Verkehrsclub Deutschland oder Greenpeace regelrechte Hass-Demos gegen Autofahrer und speziell gegen SUV abgehalten. Dass SUVs aber nicht unbedingt gefährlicher sind als andere Fahrzeugtypen, zeigt die Unfallstatistik. Wie eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts INNOFACT ergab, hält die Mehrheit der deutschen Autofahrer auch nichts von einem generellen SUV-Verbot. Wie AutoScout24 berichtet, lehnten 57 Prozent der Befragten ein SUV-Verbot ab, nur 18 Prozent sprachen sich für ein Verbot aus. Immerhin 32 Prozent plädierten aber für höhere Steuern auf SUVs.

Wie AutoScout24 berichtet, seien laut Kraftfahrt-Bundesamt SUVs mittlerweile die beliebteste Fahrzeugklasse in Deutschland, was den Zuwachs bei Neuzulassungen angeht. Allein im August 2019 legten sie bei den Anmeldungen um elf Prozent im Vergleich zum Vormonat zu. 22 Prozent der Neuanmeldungen seien demnach auf SUVs entfallen. Damit platzieren sie sich im August sogar deutlich vor der Kompaktklasse. Nimmt man reguläre Geländewagen in die Berechnung auf, sei bereits jedes dritte neuzugelassene Auto in Deutschland ein SUV/Geländewagen, was rund 100.000 Fahrzeugen entspreche. „Die Beliebtheit der SUVs ist hierzulande ungebremst und zeigt, dass wir mit Verboten nicht weiterkommen“, meint AutoScout24-Experte Kurz.

SUVs in Großstädten nur wenig verbreitet

Das Vergleichsportal Verivox hat alle Kfz-Versicherungsabschlüsse in den vergangenen 24 Monaten ausgewertet. Analysiert wurden dabei die SUV-Anteile nach Städten, Altersgruppen, Geschlecht sowie die Anteile der Fahrer mit Punkten in Flensburg. Alle Angaben sind zur Preisberechnung der Kfz-Versicherung notwendig und wurden anonymisiert ausgewertet.

Die Auswertung ergab, dass SUV wohl eher keine typischen “Großstadt-Panzer” sind und dass in ihnen weniger Unfälle verursacht werden als in andere Fahrzeugtypen. “In den 50 größten Städten machen die SUV lediglich 8,7 Prozent aller über Verivox versicherten Autos aus. In den übrigen Landkreisen und Städten liegt der Anteil bei 10,2 Prozent. Den höchsten SUV-Anteil unter den 50 größten Städten hat die Stadt Krefeld mit 11,4 Prozent. Auf den folgenden Plätzen stehen Mülheim an der Ruhr, Lübeck, Aachen und München”, berichtet das Portal.

Prozentualer Anteil der SUV-Besitzer

Verivox: Prozentualer Anteil der SUV-Besitzer
Wer fährt SUV?
Am häufigsten werden SUVs laut den Verivox-Daten von Männern im Alter von 60 bis 79 Jahren gefahren. Rund jeder Sechste in dieser Altersgruppe ist darin unterwegs. Der bequeme Einstieg und die gute Übersicht machen die Fahrzeuge offensichtlich gerade bei älteren Männern beliebt. Demgegenüber ist bei den Fahrern unter 30 Jahren nur einer von 34 SUV-Besitzer. Fahrer unter 40 Jahren und Frauen sind insgesamt unterrepräsentiert.

373 Punkte in Flensburg – mit diesem spektakulären Fall schaffte es jüngst ein SUV-Fahrer in die Medien. Damit ist er aber nicht repräsentativ, wie die Verivox-Zahlen zeigen: Demnach sind SUV-Fahrer keine größeren Punktesammler. Dies konnte festgestellt werden, da Versicherungskunden beim Vertragsabschluss angeben müssen, ob sie Punkte in Flensburg haben. Der Anteil liegt bei SUV-Besitzern und den übrigen Autobesitzern dabei exakt in der gleichen Höhe.

Mehr Punkte, weniger Unfälle

Werden jedoch ausschließlich große SUVs (beispielsweise BMW X6 oder Audi Q7) und Geländewagen betrachtet, dann sind die Punktesammler überrepräsentiert – 31 beziehungsweise 40 Prozent über dem Durchschnitt. Dafür verursachen diese Fahrer gleichzeitig aber weniger Unfälle – 5 beziehungsweise 21 Prozent weniger als der Durchschnitt aller Pkw-Besitzer.

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