AutoScout24 Studie: Nur jeder fünfte Österreicher fühlt sich kompetent in erster Hilfe

05. Dez 2018

ots.at: Unsicherheit vor allem bei Motorradunfällen / Jüngere besser bei Erstversorgung, Ältere finden schneller ihre Ausrüstung

Autofahren macht Spaß – dass es auch einmal einen Verkehrsunfall geben kann, blenden wir oft aus. Entsprechend schlecht sind die Österreicher auf diese Situation vorbereitet: Nicht einmal jeder Fünfte ist sich sicher, dass er in der Lage wäre, effektiv Erste Hilfe zu leisten. Vor allem, wenn Motorradfahrer betroffen sind, fühlen sich viele unsicher – nur jeder Zehnte österreichische Autofahrer weiß im Ernstfall, was zu tun ist. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Umfrage von AutoScout24. Der europaweit größte Online-Automarkt hat gemeinsam mit INNOFACT 500 Autohalter repräsentativ befragt. Demnach haben ältere Verkehrsteilnehmer den Verbandskasten schneller parat, jüngere fühlen sich hingegen kompetenter bei der medizinischen Erstversorgung.

Insgesamt geben nur 19 Prozent der österreichischen Autofahrer an, in jeder Hinsicht kompetent Ersten Hilfe leisten zu können. Am wenigsten Probleme haben die Befragten damit, Warnweste und Verbandskasten zu finden: 64 bzw. 63 Prozent können im Notfall gezielt darauf zugreifen. Etwas mehr als die Hälfte (56 Prozent) sieht sich zudem in der Lage, eine Unfallstelle sachgerecht abzusichern.

Stabile Seitenlage: Die meisten wissen, wie es geht 

Auch die Technik, ein Unfallopfer in die stabile Seitenlage zu bringen, ist rund der Hälfte der der Verkehrsteilnehmer noch präsent. Wenn es allerdings darum geht, einen sachgerechten Verband anzulegen und eine Blutung zu stoppen, steigt die Unsicherheit: Nur noch ein gutes Drittel kennt sich hier aus. Ähnlich sieht es aus, wenn es darum geht, eine Mund-zu-Mund-Beatmung durchzuführen, eine Herzdruckmassage vorzunehmen oder die Atmung eines Unfallopfers sachgerecht zu kontrollieren. Wirklich problematisch wird es, wenn ein Motorradfahrer verletzt ist und sich die Frage stellt, ob der Helm abgenommen werden soll oder nicht. Nur etwa jeder Zehnte traut sich zu, diese Entscheidung am Unfallort zu treffen. Im Zweifelsfall sollte übrigens der Helm abgenommen werden. Für den Verletzten ist das Risiko größer, bei Bewusstlosigkeit im Helm zu ersticken, als das Verletzungsrisiko, das bei der Abnahme des Helms besteht.

Jeder Hundertste hat keine Lust auf Erste Hilfe 

Drei Prozent der Verkehrsteilnehmer räumen ein, dass sie weder wissen, wo sich ihre Sicherheitsausrüstung im Fahrzeug befindet, noch, dass sie in der Lage sind, in irgendeiner Form Erste Hilfe zu leisten. Zwei Prozent der Befragten sagen gar, sie hätten weder Zeit noch Lust sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Dabei gilt: Erste Hilfe zu leisten, ist keine Frage des Wollens – selbst Unbeteiligte müssen Hilfe leisten, wenn es eine Notsituation erfordert. Unterlassene Hilfeleistung ist eine Straftat, die mit Geld- und Freiheitsstrafen sanktioniert werden kann.

Atmungskontrolle: Die Jungen kennen sich besser aus 

Generell gilt: Ältere finden schneller und zielgerichteter ihre Ausrüstung, während die Jüngeren ihre Kompetenz bei der Erstversorgung höher einschätzen. So sind sich 72 Prozent der Autohalter zwischen 50 und 65 Jahren sicher, dass sie auf Anhieb ihre Warnweste finden, aber nur 58 Prozent der unter 30-Jährigen. Wenn es darum geht, die Atmung des Unfallopfers zu kontrollieren, sagen 41 Prozent der unter 30-jährigen, dass sie wissen, wie das geht, aber nur 25 Prozent der über 50-jährigen Autofahrer. Auch bei der Erstversorgung verunglückter Motorradfahrer fühlen sich die jungen Autofahrer (23 Prozent) kompetenter als die über 50-jährigen Fahrer (8 Prozent).

Über die Umfrage: 

Die INNOFACT AG befragte im September 2018 im Auftrag von AutoScout24 insgesamt 509 Autohalter/innen in Österreich, bevölkerungsrepräsentativ hinsichtlich des Alters (18-65 Jahr) und Geschlechtes quotiert.

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