08/17 Studie: Bargeldloses Bezahlen in der Gastronomie

22. Aug 2017

Was denken die deutschen Verbraucher und Gastronomen über bargeldloses Bezahlen in der Gastronomie? Eine deutschlandweite Studie von Orderbird und Mastercard zeigt (wenig überraschend): Besonders bei jungen Kunden ist die Zukunft bargeldlos.

Bargeldloses Zahlen ist nicht nur die Zukunft der Gastronomie – es ist auch ein Teil ihrer Geschichte. Immerhin wurde die Kreditkarte genau dafür erfunden, dass man im Restaurant nicht mehr mit Bargeld hantieren muss. Diese Idee hatte der Geschäftsmann Frank McNamara, der 27 Restaurants davon überzeugen konnte, bei seinem Diners Club mitzumachen. Das war 1950.

Heute gibt es natürlich weit mehr bargeldlose Bezahlmöglichkeiten als die damals erfundene Kreditkarte: ob Mobile-Payment mit dem Smartphone, kontaktlose Bezahlfunktionen etwa mit der Near Field Communication-Technologie (NFC) oder gleich per Vorkasse bei Bestellung – und die Varianten nehmen weiter zu. Für die Kunden sind das Chancen, für die Gastronomen auch Herausforderungen.

Was die deutschen, traditionell bargeldaffinen Verbraucher und Gastronomen über das bargeldlose Bezahlen denken, das haben Orderbird und Mastercard in einer jetzt veröffentlichten Studie beleuchtet. Es sei die erste deutschlandweite Studie zur Bezahlung in der Gastronomie, so die Initiatoren.

Besonders interessant ist dabei die Erwartungshaltung der jüngeren Studienteilnehmer. So wollen 40 % der 18-34-Jährigen gerne auch bei Kleinstbeträgen mit Karte zahlen, also für Beträge, die unter 10 € liegen. Zum Vergleich: Bei den 35-49-Jährigen sind das nur 28 % und bei den 50-75-Jährigen lediglich 18 %. Das allerdings bieten nur 30 % der befragten Gastronomen an. Diese Hürde empfinden die jüngeren Studienteilnehmer als nicht mehr zeitgemäß. Außerdem gaben fast zwei Drittel der 18-34-Jährigen an, immer mit Karte bezahlen zu wollen, wenn sie kein Bargeld dabeihaben. Bei den 35-49-Jährigen waren das nur 52 %, bei den 50-75-Jährigen 45 %. Für die Jungen sei die Zukunft bargeldlos, folgert die Studie aus dem erhobenen Zahlenmaterial.

Generell steige die Bereitschaft, bargeldlos zu bezahlen, mit der Summe der Rechnung, so die Studie weiter. 52 % gaben an, bei größeren Beträgen zur Karte zu greifen. 13,2 % würden immer mit Karte zahlen. Ebenfalls interessant: Je häufiger die Kunden in Restaurants gehen, desto lieber zahlen sie bargeldlos. Fast die Hälfte der Befragten, die mehrmals pro Woche Restaurants besuchen, wählen diese Variante. Umgekehrt gaben ein Drittel der Gäste an, schon mal ein Restaurant verlassen zu haben, weil dort Kartenzahlung nicht möglich war. Die Möglichkeit, bargeldlos zahlen zu können, sei also durchaus ein Entscheidungskriterium.

Einen Mythos konnte die Studie auch entkräften, nämlich den, dass bei Kartenzahlung generell weniger Trinkgeld gegeben würde. Die deutliche Mehrheit der Gäste (83,9 %) honoriert guten Service auch bei Kartenzahlung – und zwar mit Karte. 11 % der Gastronomen gaben sogar an, mit Karte mehr Trinkgeld zu erhalten.

Generell bieten 72,7 % der befragten Gastronomen an, Kartenzahlung zu akzeptieren. Das sei vor allem für Touristen ein sehr wichtiger Service, wie 73,5 % angaben.

Befragt wurden 1.006 Gäste im Juni 2017 durch die INNOFACT AG Research & Consulting und 1.001 Gastronomen, die einer Online-Umfrage von Orderbird antworteten. Details zu den Studienergebnissen sind unter www.eat-pay-love.com zu finden. Auf dieser Website soll die Digitalisierung der Gastronomie auch künftig mit Hintergrundgeschichten, Porträts und neuen Studien begleitet und beleuchtet werden.

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